Morbus Dupuytren

Allgemein
Beim Morbus Dupuytren (M. Dupuytren) handelt es sich um eine krankhafte Veränderung der bindegewebigen Hohlhandplatte (Palmaraponeurose, s. Bild).

M. Dupuytren: Kontraktur der bindegewebigen Hohlhandplatte (Palmaraponeurose)
M. Dupuytren: Kontraktur der bindegewebigen Hohlhandplatte (Palmaraponeurose)
M. Dupuytren: Keine Fingerstreckung möglich
M. Dupuytren: Keine Fingerstreckung möglich
M. Dupuytren: Ansicht von der Seite
M. Dupuytren: Ansicht von der Seite


Durch die knotigen und strangartigen Veränderungen entwickeln sich bindegewebige Verkürzungen, die zu einer zunehmenden Einziehung der Finger führt. Die Beugesehnen bleiben im Übrigen unbeeinträchtigt, sie verkürzen sich nicht. Oftmals ist die Erkrankung familiär gehäuft, Männer sind 7-mal häufiger als Frauen betroffen. Die Erkrankung verläuft gerne schubweise. Da die Ursache in einem veränderten Kollagenstoffwechsel und bisweilen auch einer gestörten Syntheseleistung der Leber liegen kann, kommt es in einigen Fällen (ca. 10-15%) trotz erfolgreicher Operation zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung (Rezidiv). Dennoch gibt es klare Indikationen, wann eine Operation sinnvoll ist. Dies ist bei druckscherzhaften Knoten und einer zunehmend verringerten Streckfähigkeit der Finger der Fall (s. Bild).

Behandlung
Zu Beginn können Dehnübungen in Eigenregie sinnvoll sein. Eine Bestrahlung der Hand wurde bisweilen vorgeschlagen, ist allerdings unserer Meinung nach nicht Erfolg versprechend. In Ausnahmefällen können isolierte Stränge mittels percutaner Nadelfasziotomie behandelt werden. Dabei wird, ohne die Haut mit dem Skalpell zu eröffnen, der Dupuytrenstrang mit einer Spritzennadel durchtrennt. Bei gegebener Indikation (s.o.) sollte die Operation erfolgen.

Operation: Die Operation wird in der Regel ambulant in Teilnarkose (intravenöser Regionalanästhesie im Anfangsstadium) oder einer Vollnarkose bei fortgeschrittenem Befall, erfolgen. Bei der Operation wird das erkrankte Bindegewebe radikal entfernt. Die Fingernerven und Blutgefäße werden sorgfältig geschont und aus den Dupuytrensträngen z.T. mikrochirurgisch gelöst. Sollte es in Folge der Erkrankung bereits zu einer Gelenkeinsteifung gekommen sein, werden die betroffenen Fingergelenke ebenfalls operativ gestreckt. 

Operation eines M. Dupuytren: das erkrankte Gewebe wird entfernt (*=Dupuytrenstrang)
Operation eines M. Dupuytren: das erkrankte Gewebe wird entfernt (*Dupuytrenstrang)
Das Gefäß-Nervenbündel (*) muß geschont werden
Das Gefäß-Nervenbündel (*) muß geschont werden


Nach der Operation:
Sofort nach der Operation dürfen die Finger wieder voll gebeugt und gestreckt werden. Falls erforderlich erhalten sie krankengymnastische Unterstützung. Sollten Drainagelaschenerforderlich gewesen sein, werden sie am ersten Tag nach der Operation entfernt. Eine Schienenanlage zur Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich. Die Fäden werden nach 10 – 14 Tagen entfernt. Bei körperlich belastenden Berufen und aufwändigen Operationen kann eine Arbeitsunfähigkeit bis zu 4 Wochen erforderlich sein. Körperlich nicht belastende Berufe können bei wenig aufwändigen Eingriffen ggf. bereits in der 1. Woche nach Operation wieder ausgeübt werden.